schlimmer geht immer

14 euro

eigentlich hab ich mir ja vorgenommen, mich nicht an der „kriegen ärzte jetzt zuviel oder zu wenig geld“-debatte zu beteiligen. okay, ich diskutiere nicht, ich schmeiß einfach ganz polemisch und plakativ eine zahl hier hin: 14 euro.

ich war bei der vorsorge vom gynäkologen. der kriegt für mich pro quartal 14 euro. diese 14 euro sind eine flatrate. wenn ich also noch 34 weitere Mal seine praxis aufsuche, weil ich beschwerden habe, bekommt der gute mann trotzdem keinen cent mehr. (außer er dreht mir jegliche IgeL-Leistung an, die er hat und ich nehme die dann auch wirklich in anspruch) klar, würde ich nur zum pille-rezept-ausschreiben hintapern, wäre es leicht verdientes geld. aber entzündungen, vorsorge, schwangerschaft, brustkrebs-nachsorge etc. gleich 14 euro.

für die 14 euro habe ich im übrigen gesprächszeit und beratung bekommen (ausführlich, was nicht überall so ist, aber warum auch – der dr. arbeitet ja dann oft für umsonst), untersuchung, abstrich, rezept. das nenn ich doch mal nen echten reibach…

(klar, das ist ein einzelfall, nur eine fachrichtung und ein streik bringt den beteiligten auch nicht viel, aber … trotzdem)

edit: okay, der richtigkeit halber (siehe kommentare) gibt’s ein paar pünktchen/euro für verschiedene vorsorge und andere untersuchungen obendrauf.

edit II: zwar nich frauenarzt, sondern kinderdoc – aber passend zum thema und auf den punkt gebracht!

9 comments for “14 euro

  1. 10. Oktober 2012 at 20:32

    Es ist halt eine Mischkalkulation. Meine Meinung dazu habe ich schon mal hier (http://rd-web.eu/blog/allgemein/liebe-arzte.html) dargelegt

    • 10. Oktober 2012 at 20:43

      du beziehst dich auf andere selbstständige. die können aber auch wirklich frei arbeiten, denn sie hängen nicht an der kv, kasse etc. und wenn man nicht gerade chirurg ist, muss man sich mit seinen patienten auseinandersetzen. und genau diese arbeit muss auch monetär abgegolten werden. es ist eine leistung! darum geht es. und leistung muss bezahlt werden. zumal der arzt zu beratung und aufklärung VERPFLICHTET ist. der elektriker kannsagen: nö, ich hab grad kein bock und das ganze abwimmeln. man kann es nicht vergleichen.

      natürlich gibt es schlimmer gesundheitssysteme, aber schlimmer geht immer. wenn du meinst, es ist jammern auf hohem niveau, dann tausch doch bitte mal mit einem hausarzt, frauenarzt, kinderarzt in münchen, mal sehen wie zufrieden du dann bist.

      du schreibst, 2.000 für einen 24h-dauerdienst-landarzt sind ein bisschen zu wenig, aber eigentlich kann man schön von leben? ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll darüber…

      ich empfehle dir mal, beim kinderdoc vorbeizuschauen… (link siehe oben)

    • 15. Oktober 2012 at 14:43

      was die mischkalkulation betrifft: viel spaß in der provinz, wo der privatpatientenanteil minimal bis gar nicht vorhanden ist.

  2. Blogleserin
    10. Oktober 2012 at 19:10

    Leider ist es nicht so einfach wie im Beitrag beschrieben.
    Denn der Arzt bekommt gar nicht einen bestimmten Geldbetrag für eine Leistung und auch nicht eine feste Pauschale pro Patient, sondern er sammelt Punkte. Denen dann nach einem schwer zu verstehendem System im nachhinein ein bestimmter Betrag zugeordnet wird.
    Die 14€ sind das was ein Gynäkologe aktuell etwa erwarten kann wenn die Patientin kommt und er die Karte einlesen kann, es einen „Persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt“ gibt. Für zwei solcher Besuche bekommt er nicht mehr, fürs reden auch nicht und ein paar weitere Dinge sind in dieser Pauschale drin. .Aber: Für die Krebsvorsorge bekommt er weitere Punkte und für viele andere Untersuchungen und Behandlungen auch.
    Das verschweigen einige Ärzte was mir persönlich nicht gefällt.

    • 10. Oktober 2012 at 20:05

      deswegen schreib ich plakativ und polemisch oben. es mag sein, dass er für die krebsvorsorge ein paar punkte bekommt. aber nehmen wir mal an, eine frau kommt zur brustkrebsnachsorge, dann bekommt er vielleicht auch da ein paar punkte, aber für die eigentliche betreuung der frau und das gespräch bekommt er nichts mehr. und wenn diese frau sich noch mehrfach im quartal meldet, weil sie unsicher ist, angst hat etc. dann müsste er sie eigtlich abfertigen. der arzt patienten-kontakt ist mit diesen 14 euro abgegolten!! soviele punkteuntersuchungen kann der dr. gar nicht machen, damit es angemessen wäre.

      wie schlecht es um die arzt-patienten-beziehung bestellt ist, weiß ich aus 20 jahren eigener erfahrung. zum teil liegt es an der mangelhaften ausbildung in sachen patientenkommunikation, zum teil aber auch am geld.

      Beispiel aus der Gynäkologie:

      * Symptombezogene Untersuchung
      80 Punkte = 4,66

      Untersuchung einer Frau zur Früherkennung von Krebserkrankungen der Brust, des Genitales, des Rektums und der Haut einschließlich Erhebung der Anamnese, Abstrichentnahme zur zytologischen Untersuchung, Untersuchung auf Blut im Stuhl und Urinuntersuchung auf Eiweiß, Zucker und Erythrozyten, einschließlich Beratung

      * 320 Punkte = 18,65
      (Mit der Gebühr sind die Kosten für Untersuchungsmaterialien abgegolten.)

      man, wird man reich dabei….
      und: niedergelassene ärzte sind selbstständig, haben also ein großes risiko, stellen arbeitsplätze bereit etc. abe sie dürfen nicht arbeiten wie selbstständige!

      wie gesagt natürlich gibt es für und wider. aber solange nur um den absoluten verdienst gerangelt wird und dass die herren in weiß sich doch bitte nicht so anstellen mögen. solange keine eine wertschätzung der ärtzlichen tätigkeit, zu der auch reden gehört, passiert, solange wird sich diesem system nichts ändern.

      shit, wollte ich erst gar nicht anfangen zu diskutieren?

      • Blogleserin
        11. Oktober 2012 at 19:50

        Ich wollte auch keine Diskussion anzetteln und ich denke in vielen Punkten sind wir uns einig. Dieses Verdienstsystem muss verändert werden. Dennoch rechtfertigt das aus meiner Sicht trozdem nicht mit Halbwahrheiten Werbung zu machen und damit meine ich nicht dich, sondern die Infoblätter/Plakate die von einigen Ärzten verbreitet werden. Dieses Vorgehen hinterlässt bei mir einen schalen Geschmack.

      • 11. Oktober 2012 at 20:15

        da geb ich dir völlig recht. (und diskutieren darf man schon :))

  3. loreleicbenedetta
    9. Oktober 2012 at 21:07

    Das ist echt der Hammer! Ist des bei jedem Arzt so? Also Fachrichtung etc?

    • 9. Oktober 2012 at 21:10

      es unterscheidet sich schon, radiologen kriegen zum beispiel glaub ich mehr. aber gyns liegen in etwa gleich mit den hausärzten.

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