schlimmer geht immer

chronisch krank: ist das schlimm II

Volume 2: Muskelkrankheit, ist das schlimm?

Möglichkeit b): Nein

hä? wie? das kann auch was gutes haben? naja, sagen wir mal, es hat gute auswirkungen. zumindest auf mich… (vielleicht trifft das auch nicht spezifisch auf muskeln zu, sondern auf chronische erkrankungen??) egal, hier kommt die liste …

1. ich kann genießen. und zwar die kleinen lapidaren dinge. wie auf der couch hängen, ein buch lesen – und im zweifel auch ohne fremde hilfe von selbigen sofa wieder aufzustehen. ich kann prioritäten setzen. ich bin mir wichtig – und wenn ich keinen bock habe, jeden abend in der woche sozialstress in form von verabredungen zu haben, dann mach ich es einfach nicht. ende der ansage.

2. ich kenne meinen körper. und zwar sehr gut. ich weiß, was er braucht, wann ich mir sorgen machen muss und zu welchem arzt ich gehen muss.
was schon zu punkt drei führt …

3. kein arzt kann mir je auf der nase rumtanzen. ich weiß, was ich will und was nicht. ich werde nie allein in einem krankenbett liegen und nicht wissen, was mit mir passiert, weil ich mich nicht traue zu fragen. in 20 jahren hab ich geduld, durchsetzungsvermögen aber auch renitenz gelernt. auch wenn es schon manchen dr. bei der visite dazu gebracht hat, resigniert die augen zu schließen, weil ich grundsätzlich alles diskutieren will/muss. 😉

4. ich kann mir vorstellen, wie es ist, alt zu sein und keine kraft zu haben. weil ich es schon mit 15 (und diverse weitere male später) erlebt habe. von daher (wenn ich so alt werde) hab ich keine angst vorm ungewissen. und auch kein problem mit falten im übrigen.

5. ich weiß, was gute freunde ausmacht. das sind die, die nicht wegrennen. die irgendwie, wenn auch manchmal schwer, mit mir zurecht kommen. die es schaffen, behindi zu dir zu sagen und dabei zu lachen. wie ich auch. mit oberflächlichkeiten und bekannten halte ich mich schon lange nicht mehr auf. ich brauch keine 20 leute, damit es mir gut geht – eine handvoll (wenns hoch kommt) reicht auch.

vielleicht kann man es zusammenfassen: die muskelkrankheit hat mich gelehrt, dass ich mir selbst der wichtigste mensch in meinem leben bin. und gefälligst auch danach zu handeln. ist das hart?

(PS: Was schlimm ist, gibt’s in Volume 1 …)

3 comments for “chronisch krank: ist das schlimm II

  1. 20. September 2012 at 22:57

    „ist das hart?“
    Aus meiner Sicht jain. Es kann hart sein, das lernen zu müssen, und es kann gelegentlich hart sein, das zu anderen rüberbringen zu müssen. Es kann schwierig sein, dem, was man im Kopf gelernt hat, in der Realität konsequent Taten folgen zu lassen. Aber wenn all das einigermaßen klappt, ist es sicher nicht hart sondern gut.

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