schlimmer geht immer

coping für anfänger

ach scheiß doch auf erwachsen. scheiß doch auf einen rationalen super-umgang mit deiner muskelkrankheit, deiner polymyositis die zur dir gehört. verhalte dich heute wie ein nicht-coping-kind. beobachte dich am besten bis zum exzess und stelle fest, dass die muskeln mieser werden. bilde es dir nicht ein, sondern prüfe es bis zum erbrechen nach. versuche es dann irgendwie zu verdrängen, in dem du 8 stunden greys anatomy schaust. bestimmt wirds dir dann besser gehen. fütter danach die panik schön mit gedanken an einen tollen neuen winterschub. ach ja, nicht vergessen – das nächste glatteis bitte mindestens 49 mal zu memorieren, so stellst du dich der gefahr. am besten du rufst gleich in der klinik an – noch bevor du den kopf im liegen nicht mehr hochbekommst. du weißt schließlich genau, schnell handeln ist alles! vergiss dabei nicht, den ärzten zu misstrauen und auf einer medikamenten-erhöhung zu bestehen. ach ja – und wenn dir jemand sagt, „don’t panic, till it’s time to panic“ – hau ihm in die fresse. schließlich ist es dein gutes recht. frage deinen freund, ob nicht auch denkt, dass du schlechter treppen steigst – und glaube ihm in keinem fall. kontrolliertes versuchen-nicht-zu-heulen wird dir helfen, besser mit der situation klar zu kommen. denn wir wissen ja, du bist stark. und nicht vergessen: SCHEISS AUF ERWACHSEN. SCHEISS AUF COPING.

(ich glaub, jetzt geht’s mir besser)

10 comments for “coping für anfänger

  1. Amy
    18. Oktober 2012 at 14:50

    So richtig auskotzen und alles scheiße finden tut manchmal einfach gut. Und danach noch einen großen Becher heiße Schokolade und dazu viele Kekse oder einen ganzen Topf Eiscreme, dann sieht die Welt wieder besser aus 😉 Ich könnte dir noch ein paar TV-Serien für den nächsten 8-Stunden-Marathon empfehlen 😉

    • 18. Oktober 2012 at 14:52

      schokolade gibt es dann gleich, wenn ich mein auto wieder hab. und du hast tv-serien-empfehlungen? immer HER DAMIT. ich brauche eine paralellwelt. 😉

      • Amy
        18. Oktober 2012 at 14:59

        Nenn doch mal ein Genre 😉 Darf es auf Englisch sein oder muss Pro7 es schon gekauft haben? 😉 Ich bin bekennender Serien-Junkie und habe da aus vielen Richtungen was auf Lager. Eine Gesamtliste würde den Rahmen sprengen. Ein absolutes Highlight ist zur Zeit auf jeden Fall „Sherlock“ – einer meiner Lieblignsproduzenten Sherlock Holmes in das 21. Jahrhundert versetzt. Geil!
        Haha, ich überlege gerade, ob ich eine Gesamt-Liste zur Tagesaufgabe mache und selbst verblogge 😉

      • 18. Oktober 2012 at 15:07

        auch ja, ne gesamtliste!! ich brauch gaaaanz dringend neuen input!

        also genre…naja auf krankenhausserien steh ich. leider gibts find ich keine gute außer emergency room und (wenn auch nicht ganz so gut) greys anatomy. muss nicht deutsch sein und muss auch nicht eingekauft sein. ich schau gern im original.

        was ich noch mag: californication, breaking bad, monk, boston legal, dexter (jagen kannst du mich mit two an a half man, big bang theory, how i met your mother. das sind alles so dinger, die mich nach anfänglichem lachen schnell langweilen….)

      • Amy
        18. Oktober 2012 at 15:29

        Ok, ich schreibe schon an der Liste 😉 Erst mal direkt noch ein Tipp: Hart of Dixie. Junge Ärztin verschlägt es in Südstaaten-Kleinstadt, thematisch dreht sich die Serie dann allerdings weniger um ihren Beruf als mehr um die Seinen-Weg-finden und „wer mit wem?“-Thematiken 😉 Sehr sehenswert, gibt bisher eine Staffel und ein paar Folgen der 2.

        Meine Serien-Favoriten-Liste ist irgendwie lang… ich schaue aber auch meist in Krisen-Zeiten tagelang eine Staffel weg, dann die nächste Serie.

      • 18. Oktober 2012 at 18:11

        danke für die super inspiration, frau mit-serien-junkie 🙂

        PS: für alle auch-serien-junkies muss ich direkt mal hier deine liste verlinken: http://dieamy.wordpress.com/2012/10/18/serien/

  2. 18. Oktober 2012 at 14:46

    thats my word of the day: offene-infantile-Regression in den Ur-embryonalzustand. darf ich dich zitieren?

    was den zusammenbruch betrifft – das dauert noch ein bisschen, zuerst lach ich ein bisschen gequält über meine monster. mal sehen, ob ich mich bis zum wocheende reinsteigern kann 😉 (der sarkasmus stirbt zuletzt. manchmal hustet er aber schon ..)

    • 21. Oktober 2012 at 1:26

      Du darfst das Wort gerne auch anderweitig zweckentfremden oder …z.B. als neue Therapiemethode patentieren… Der Pharmaindustrie fiele evtl. auch noch ein entsprechendes Mittelchen dazu ein…Vielleicht sollten wir ein Institut für Rückführungsprozesse in frühere Lebenszustände gründen???

      PS: Wie geht es den Monstern??? Ich pers. habe ja eher einen Dämon…aber wo ist da eigentlich der etymologische Unterschied???

      • 21. Oktober 2012 at 18:27

        das monster ist mit viel schokolade und greys anatomy und meinem freund erstmal zurück in den käfig gesperrt worden. morgen ist der urlaub rum, dann wird der arbeitstress sein übriges tun.

        (monster vs. dämon. du fragst sachen… ich habe keine ahnung ;))

  3. 18. Oktober 2012 at 14:40

    Ich hätte ja gerne manchmal unkontrollierte Schrei-und Heulattacken…,aber ich bin da irgendwie zu gehemmt…Vielleicht sollte ich es mit URSCHREI- Therapie versuchen…

    Aber hey,wenn dein Freund das verträgt…,dann wäre ein kurzer Zusammenbruch in seinen Armen evtl. besser…als sich anhand einer Fernsehserie auszumalen,was man alles soooo nicht hat…Und klein ist doch jeder Mal…Ich bin für offene-infantile-Regression in den Ur-embryonalzustand…(Auch wenn ich nicht genau weiß,was das überhaupt ist…Vielleicht wäre ich auch manchmal gerne eine unbefruchtete Eizelle…???)

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