schlimmer geht immer

Freitag, der 13.

statistisch gesehen lebt man an einem freitag, dem 13. sicherer als an irgendeinem anderen tag sonst. weil man vorsichtiger ist. leuchtet ein, oder? ich bin trotzdem geneigt, den vergangenen freitag, dem 13. in freitag, den beschissenen umzutaufen. nicht, weil alle irgendwie halbschief lief, sondern eher, weil mich alles so unglaublich wütend machte. aber von anfang an.

mit meinem köfferchen reiste ich ins krankenhaus, die ivig-drogen abzuholen. kaum hatte ich mein zimmer bezogen, wurde meine gute, wenn auch müde laune jäh unterbrochen: „frau k., sie müssen zum MRT. jetzt.“ hä?? wieso das? „keine ahnung“, meinte die schwester. „keine ahnung“, meinte die nie-etwas-wissende austausch-psychiaterin (NEWAPSY). die runde ging einmal rum, bis des rätsel lösung gefunden war: pre-screening fürs rituximab. (rituxi-was? das ist eine andere geschichte, beitrag dazu folgt).

nun gut, das „warum „war geklärt – nun brauchte ich einen zugang fürs kontrastmittel. stat, denn die mrt-leute warteten. und radiologen bzw. deren gehilfen sind nicht das geduldigste völkchen auf erden. jetzt wurde es lustig. akt 1: verhuschte famulantin versucht zugang. fail. nicht schlimm, der nachwuchs muss lernen. nur machte es die NEWAPSY nicht besser, die um das arme mädel herumscharwenzelte und was von vorfühlen und „sie haben da ja eh ein gutes feeling“ erzählte. *hust*. fail nummer 2. fail nummer 3 verbrach NEWAPSY höchstselbst. *kopftischkante*.

akt 2: ich entschloss mich, der ungeduldigen radiologen wegen, eine meine luxus-notfall-vene in der ellenbeuge anzubieten, die sogar ich selbst treffen würde. mit verschlossenen augen. die ich nie hergebe unter normalen umständen. fail 4. arme famulantin, denn neben NEWAPSY war auch noch „ich kann nicht stechen und auch sonst nichts, trage meine nase aber so hoch, dass es reinregnet“-PJlerin anwesend. luxusvene nummer 2 am anderen arm – was soll ich sagen. PJlerin und famulantin haben sage und schreibe 20 minuten gebraucht, um einen lächerlichen zugang zu legen. in vene nummero 5. ein schönes teil mit großem lumen. (wäre ich doch bloss ohne nadel zum MRT, die schwester hätte mir dort beim ersten versuch innerhalb von 3 sekunden einen zugang verpasst). den schönen abschluss dieser prozedur brachte die PJlerin: „Auch wenn es nicht so aussieht, wir sind sonst schon professioneller“ ich musste mir ein hysterisches kichern verkneifen.

versteht mich nicht falsch – ich hab kein problem mit fünf nadeln. ich hab ein problem mit total unfähigen dr., die so tun, als ob sie der könig von china sind, der sich herablässt, einen pimpfigen zugang zu legen. (ausnahme: die famulantin). ich hab auch nichts gegen psychiater, aber diese frau war in jeder verdammten linie unfähig.

ich hab ein problem mit den folgen der aktion. die hießen nämlich: gehen sie nicht zum normalen MRT und seien sie in einer halben stunde fertig. sondern: gehen die mit leeren magen in das mrt der chirurgie, warten sie dort zweieinhalb stunden. lassen sie sich von radiologie-schwestern anpampen.

der tag ging auch genau so weiter. aber gott sei dank wusste ich ja jetzt: „auch wenn es nicht so aussieht, wir sind sonst schon professioneller.

4 comments for “Freitag, der 13.

  1. Peter Teuschel
    18. März 2015 at 9:41

    Sie sollten echt ein Buch über die ganzen medizinischen Gestalten schreiben, denen Sie so begegnen. Was Blut abnehmende und Nadeln legende Psychiater angeht, habe ich da meine private Theorie: Beim fertigen Facharzt sieht man daran, ob er in der Akut-Neurologie gearbeitet hat oder das obligate Jahr Neuro in einer Praxis oder Reha-Einrichtung abgeleistet hat. So richtig Zugänge legen (mit „richtig“ meine ich nachts um drei im Halbschlaf bei Patienten ohne Venen, aber mit epileptischen Zuckungen) habe ich auch erst in der Akut-Neuro in Augsburg gelernt. Ich finde es immer schlecht, wenn die basismedizinischen Fähigkeiten bei Psychiatern verkümmern. Das wird dann von manchen mit der hoch getragenen Nase kompensiert, was kein guter Ersatz ist.
    Die Famulantin tut mir auch leid, ist kein guter Einstieg sowas.

    • 18. März 2015 at 12:35

      NEWAPSY ist eine selbige, die das pflichtjahr neuro macht, allerdings schon mitte 40 (mininmum) ist. und auf der station müsste sie es schon längst gelernt habe. wobei, meiner ganz persönlichen linie tun mir auch psychopats jetzt schon leid .., die ihr zukünftig in die hände fallen.

      (ich verlange ja nicht, dass die dame mit verbundenen augen einem pat., der seil springt, einen zugang legen kann. und wenn sie es schon nicht kann, soll sie die arme famulantin nicht gleich am anfang verderben.)

      für ein buch müsste ich mir aber mehr mühe geben, was das schreiben betrifft ;-). so ist es ja sehr fragmentarisch…

  2. 16. März 2015 at 14:27

    Ich kenn das eigentlich nur so, dass der Zugang von denen gelegt wird, die ihn zuerst brauchen, in dem Fall in der Radiologie. Wenn man ihn auf der Station auch noch braucht, kann man den ja später nutzen. Und spätestens nach dem 3. Fail hätte ich schon ein Problem gehabt, bzw. man hätte mit mir eines gehabt.

    • 16. März 2015 at 14:40

      @nach dem 3. fail: hast ja recht. aber mir tat die famulantin leid. und irgendwie war ich in der situation nicht fähig… obwohl ich sonst nicht der typ „ich ertrage alles ohne zu motzen“ bin…

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