schlimmer geht immer

herbst-abstinenz

es fehlt das licht. es fehlt das grün der bäume. es fehlt die farbe, es ist als ob man die farbsättigung herunter geschraubt hat – zumindest an manchen tagen. es fehlt der gesang der vögel. das gemurmel der draußen sitzenden café-gäste. das echo, das von open-air-konzerten auf den balkon herüber weht. es fehlt die wärme, die man spürt, wenn man seine zehen in einen warmen baggersee hängt. es fehlt die leichte bräune auf der haut. die sommersprossen. das eis des italieners, der jetzt das geschlossen-schild raushängt. es fehlt. der herbst übt sich in abstinenz, die ganz langsam herankriecht, wie in zeitlupe.

(Das Projekt hinter den Bildern)

22 comments for “herbst-abstinenz

  1. 20. November 2012 at 20:19

    Ein tolles Bild! mal eine andere Sicht auf den Herbst.
    LG Claudia

  2. 18. November 2012 at 21:00

    Das ist wirklich ein toller Beitrag, Text UND Bild! Gefällt mir sehr. Gut, dass ich es noch entdeckt habe 😉

  3. 14. November 2012 at 11:00

    Mal ein etwas anderes Herbstbild 😉
    Mir gefällt der Kontrast zwischen Farbe und schwarz!

    • 14. November 2012 at 12:56

      danke 🙂 hab auch lange überlegt, wie ich die abstinenz umsetze….

  4. 11. November 2012 at 13:49

    toller Text und Dein Bild dazu passt sehr gut. Aber denke….nach dem Sommer ist vor dem Sommer. Es ist ein Abschied auf Zeit 😉
    lieben Gruß
    Karin

    • 12. November 2012 at 19:37

      und ohne herbst und winter wärs ja auch irgendwie fad. obwohls für meine depression und muskeln ein immer-sommer besser wäre…

  5. 11. November 2012 at 12:03

    Ich mag das Bild und deine Gedanken sehr und versuche zu sehen was der Herbst bringt und verzeihe ihm, was er nimmt, oder sagen wir leiht, denn es kommt ja wieder
    Liebe Grüße
    James

    • 12. November 2012 at 19:36

      was der herbst bringt, ist erst im letzten bild dran. wenn ich meine anderen bilder so anschaue, bin ich scheint’s etwas düsterer veranlagt 😉

  6. 11. November 2012 at 11:34

    Herbst ist stiller aber auch ruhiger, und natürlich ist auch Zeit für die weniger angenehmen Gedanken.

    Aber es hat manchmal auch etwas heimeliges, wenn man die Tür wegen der kürzeren Tag früher zusperrt. Und jetzt, wo wir wieder Fensterläden haben, ist das Schließen derselben auch so ein heimeliger Akt, die Dunkelheit ist noch da, aber sie bleibt draußen.

    • 12. November 2012 at 19:35

      heimelig ist der herbst natürlich auch. und es gibt ja auch schöne ruhige gedanken…

  7. cidrin
    11. November 2012 at 10:32

    Sehr schöner Text.
    Günter Grass würde das ohne zu zögern ein Gedicht nennen.
    Gibts eigentlich etwas das im Herbst dazu kommt? Etwas das vorher gefehlt hat?
    Hm, könnte nur was Innerliches sein denke ich. Oder dieses Tee und Kerzen und warme Decken-Gefühl zu Hause.

    • 12. November 2012 at 19:34

      danke für das kompliment. was ihre frage betrifft: sonntag gibt es die auflösung dazu 😉

  8. 11. November 2012 at 10:31

    Wirklich ein klasse Beitrag – mir gefällt er 🙂

    Lieben Gruss – sonja

  9. 11. November 2012 at 10:01

    Tolle Interpretation. So langsam aber sicher verbschiedet sich das Jahr und wie Du so treffend schreibst wird alles ein bißchen weniger. Tag für Tag. Bis das Rad des Jahres erneut Schwung aufnimmt.
    LG Michel

    • 12. November 2012 at 19:33

      danke 🙂 … das rad des jahres – ein schönes bild

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